Ingo ist ein guter Vermieter. Ingo ist nett. Sei wie Ingo.

von Katja Feldmeier

Ohne sie gäbe es keine Pop-Ups. Unsere Vermieter sind die Basis für die Verwirklichung jeder Idee. Einer, den wir für seine Offenheit, Flexibilität und enge Zusammenarbeit besonders in unser Pop-Up Herz geschlossen haben, ist Ingo aus der Torstraße 161. Wir stellen ihn als unseren Vermieter des Monats vor und fragen einmal genauer nach.


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1. Dein Space, Torstraße 161, ist einer unserer Lieblinge. Was ist das besondere an dem Space?

Was das besondere an dem Space ist, kann ich nicht sagen, da müsstet ihr die Mieter fragen. Für jeden wird es wahrscheinlich etwas anderes sein, entsprechend seiner Bedürfnisse und Erwartungen. Was ich aber öfter als ein direktes Feedback mitbekomme, ist dass sich die Mieter hier sehr wohl und entspannt, bis hin zu behütet und sicher, fühlen.

Mir selber war damals, als ich den Laden vor Jahren angemietet und renoviert habe, aufgefallen wie ruhig ich mich hier trotz des Lärms, des Verkehrs auf der vier spurigen Torstraße mit all den Menschen immer gefühlt habe. Dieses Gefühl versuch ich zu erhalten oder zu verstärken. Letzten Endes sehe ich es als meine Aufgabe, dass die Menschen sich hier wohl fühlen. Aufregung und Unsicherheiten bringen die Mieter oft selber schon genug mit. Investieren sie doch meist Zeit und Geld, also Energie und auch Mut in ihre Projekte.

torstrladen

2. Pop-Up ist immer etwas besonderes. Welche Pop-Up Stores gehörten zu deinen Favoriten?

Favoriten habe ich keine. Es ist immer wieder spannend zu sehen, mit welchen Konzepten und Ideen die Menschen in meinem Laden kommen und wie sie mit der Umsetzung ihrer Ideen umgehen. Die einen folgen einem strickten Plan, weichen nicht ab. Die anderen haben nur einen groben Plan und entwickeln intuitiv, in der Situation das weitere Vorgehen. Für die einen ist es scheinbar eine wenig emotionale Abwicklung, für die anderen ein aufregender geschäftlicher wie persönlicher Entwicklungs- und Wachstumsprozess.

 

3. Fast jedem (Wahl-)Berliner ist die Torstraße ein  Begriff. Wie siehst du die Entwicklung der letzten Jahre?

Ich kenne die Torstraße noch als Niemandsland. Eine hässliche, graue Linie die man nicht überqueren wollte, wenn man nicht musste. Das Leben spielte sich südlich der Torstraße ab. Wie wir ja wissen, hat sich das glücklicherweise geändert. Sie ist bunt und spannend. Ich bin nur froh, dass sie stellenweise noch immer hässlich genug ist, dass hier, nicht wie in anderen vergleichbar lebendigen Strassen, der “normale” Alltag total ausgestorben ist. Ein gute Mischung aus alltäglichem Leben, Geschäftsleben, neugierigen und bereichernden Reisenden und Touristen. Mal sehen wie lange das so bleibt.

 

4. Welche Vorteile bietet dir das Pop-Up Business gegenüber einer dauerhaften Vermietung?

Eine dauerhafte Vermietung bringt sicheres und planbares Geld. Das Pop-Up Konzept ist da etwas unsicherer. Wenn es gut läuft, scheint es lukrativer, allerdings gibt es auch immer wieder Zeiten, in denen nicht viel passiert und dann gleicht sich das wieder aus. Der Vorteil hier ist dann, dass ich den Raum dann für mich oder spontane Ideen von Freunden oder Nachbarn nutzen kann.

Das Wichtige für mich ist aber der Kontakt mit immer neuen Ideen und Menschen. Der Austausch und die gegenseitige Inspiration. Als ich den Laden anmietete, war es für meine persönliche Nutzung als Büro und Schnittstudio gedacht, entwickelte sich aber schnell, ob als Bar, Galerie oder Foto- und Videostudio zu einem Treffpunkt für kreativen Austausch. Der Raum stand Menschen, die ihn nutzen wollten, um sich auszuprobieren, schon lange bevor der Begriff und das Konzept Pop-Up Einzug erhalten hat, zur Verfügung. Diesen Wert möchte ich gerne erhalten.

 

5. Wie funktioniert für dich die Zusammenarbeit mit Go—PopUp? 

Was ich an Go-PopUp schätze ist das Engagement und die Weitsicht mit der ihr agiert. Ihr organisieren nicht nur die reine Vermietung der Locations sondern ihr treibt auch das Pop-up Konzept, die Idee dahinter, weiter an. Als ich vor fast 20 Jahren nach Berlin kam, war es besonders in den Stadtteilen im Osten der verfügbare und bezahlbare Freiraum, der die Faszination der Stadt ausmachte. Die damit gegebenen Möglichkeiten sich kreativ auch ohne große finanzielle Risiken eingehen zu müssen, auszuprobieren und zu verwirklichen, feuerte die Entwicklung an, die meiner Meinung nach Berlin für die Menschen in aller Welt so spannend gemacht hat. Im Laufe der sogenannten Gentrifizierung wurde dieses Potential dem reinen Kapitalinteressen geopfert.

Durch das Pop-Up Konzept entsteht dieser Freiraum wieder neu. Nicht so frei und günstig wie damals, aber immerhin Raum zum probieren und wachsen, ohne sich vertraglich einen Klotz ans Bein zu binden.

Was nun die Zusammenarbeit angeht, so hab ich das Gefühl wir ziehen an dem gleichen Strang.

Danke Ingo!
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